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Brand Talk 2023: Deshalb sind Großveranstaltungen im Sport so wichtig

Auf der Wiener Kaiser Wiesn diskutierten ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober und weitere Größen aus Sport und Wirtschaft, warum Top-Events wie Ski-WM & Co ein entscheidender ökonomischer Faktor sind. Organisiert wurde der Abend in Kooperation von der Snowsports Academy und dem European Brand Institute.

Im Schatten des Wiener Riesenrads versammelten sich zahlreiche Interessierte in der Kaiser Alm, um dem Brand Talk 2023 zum Thema „Die wirtschaftliche Bedeutung von Großveranstaltungen für Stakeholder im Sport Business“ zu lauschen – und danach im rustikalen Ambiente der Wiesn noch zu networken.


Martin Dolezal, CEO Snowsports Academy
Martin Dolezal, CEO Snowsports Academy

Die Richtung dieser hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion gab Gastgeber Martin Dolezal vor, der als CEO der Snowsports Academy für die Ausbildung von jährlich 2.500 Ski- und Snowboardlehrer:innen verantwortlich ist: „Unser Motto lautet ‚Snow Connecting People‘ – denn Schnee hat etwas Verbindendes, hier entstehen Freundschaften. Mit dieser Veranstaltung wollen wir heuer den Winter einläuten und einen Blick auf zwei bevorstehende Top-Events werfen: die Skiflug-WM 2024 und die Ski-WM 2025.“

Roswita Stadlober, Präsidentin ÖSV
Roswita Stadlober, Präsidentin ÖSV

„Diese zwei kommenden Großveranstaltungen stehen für eine geballte Kraft an Emotionen, die wir auch der jungen Generation vermitteln wollen“, erklärte Roswitha Stadlober, Präsidentin von Ski Austria / Österreichischer Skiverband. „Daher ist es so schön, wenn diese Ereignisse in Österreich stattfinden, damit wir diese Stimmung richtig rüberbringen können.“


„Aber auch für uns als ÖSV selbst sind solche Events enorm wichtig, denn wir sind ja der Veranstalter. Damit tragen wir bei einer WM zwar das Risiko, können aber hoffentlich einen Gewinn erzielen, um damit unseren Betrieb aufrechtzuerhalten und wiederum den Nachwuchs zu fördern“, so Stadlober. „Immerhin finanzieren wir einen Stab von rund 400 Beschäftigten im Winter und ebenso viele Athletinnen und Athleten.“


Regionen nachhaltig aufwerten

Für den OK-Chef der Ski-WM 2025 Bartl Gensbichler steht auch die Aufwertung seines Heimatgebiets im Vordergrund: „Der Schub für die Region kommt immer nach einer

Bartl Gensbichler, OK-Chef der Ski-WM 2025 in Saalbach
Bartl Gensbichler, OK-Chef der Ski-WM 2025 in Saalbach

Veranstaltung. Gerade im Skisport ist es so: Es gibt keine effizientere Möglichkeit für einen Tourismusort als eine Großveranstaltung zu organisieren – ob Weltcup-Rennen oder WM. Diese Mittel, die wir hier einsetzen, bekommen wir um ein Vielfaches zurück: an Werbung, Marketing und Kunden, die dadurch auf uns aufmerksam werden – und das nicht nur für den Winter, sondern auch für den Sommer.“ Gensbichlers Fazit:


„Ich mache eine Großveranstaltung also, um als Region nachhaltig weiterzukommen. Ich will danach ja dort schöner leben, wo ich zuhause bin.“


Noch früher geht es am Kulm in Bad Mitterndorf bei der Skiflug-WM Ende Jänner 2024 zur Sache. An vorderster Front dabei ist die Volksbank, wie Marketing-Chefin Barbara Bleier-Serentschy betonte: „Wir sind seit 16 Jahren Partner des Skisprung-Nationalteams und sehr stolz darauf. Unser Motto für 2024 heißt ‚Wir sind Kulm‘, denn es ist unser größtes Event im nächsten Jahr. Daher möchten wir so viele Besucher wie möglich dorthin bekommen.“

Barbara Bleier-Serentschy, Marketing-Chefin Volksbank
Barbara Bleier-Serentschy, Marketing-Chefin Volksbank

Die wirtschaftliche Bedeutung zu analysieren, sei zwar wichtig, aber nicht alles, so Bleier-Serentschy. „Wir messen jedes Sponsoring, das wir tätigen. Aber es geht uns nicht nur um Logo-Visibility, sondern um gemeinsame langfristige Kooperationen. Daher setzen wir uns auch für den Nachwuchs ein, um Kinder für diesen Sport und diese Bewegung zu begeistern, zum Beispiel mit dem Goldi Cup und den Wiener Stadtadlern, dem größten Skisprung-Klub in Österreich. So ist etwa ein Wiener bereits Junioren-Weltmeister.“

Andere Formate, neue Technologien

Etwas anders gestaltet sich die Situation im Golfsport in Österreich, erklärte Niki Wiesberger, Direktor Marketing & Business Development des Österreichischen Golfverbands. „Wir hoffen, dass wir in Zukunft wieder auf ein Turnier der höchsten Kategorie der European Tour veranstalten können. Mit dem Challenger Turnier – der zweit-höchsten Kategorie– in Adamstal in Niederösterreich verfolgen wir aber eine ganz andere Ausrichtung: Wir wollen damit vor allem Jung-Golfer fördern und ihnen eine Spielmöglichkeit im internationalen Feld bieten.“

Niki Wiesberger, Direktor Marketing & Business Development des Österreichischen Golfverbands
Niki Wiesberger, Direktor Marketing & Business Development des Österreichischen Golfverbands

Nichtdestotrotz sei seine Sportart hierzulande gut aufgestellt, berichtete Wiesberger. „Österreich ist ein Golfland. Die knapp 160 Golf-Anlagen erwirtschaften eine direkte Wertschöpfung im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die inklusive Wertschöpfung des Sports beträgt gar rund eine Milliarde Euro.“



Wohin die Reise für Großveranstaltungen im Sport geht, darüber sprach Tom Berger, Head of LAOLA. „Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Dynamik so hoch ist wie noch nie, so schnell wie noch nie und wo es immer kleinteiliger wird. Und da gibt es immer weniger allgemeine Leitlinien und Orientierungspunkte – und der Sport ist da einer der wenigen Bereiche, der völkerübergreifend, religionsübergreifend, kontinentalübergreifend, branchenübergreifend Menschen miteinander verbindet. Und was tun Menschen seit jeher in allen Kulturen, wenn sich Themen verändern, wenn es ihnen zu schnell geht, wenn sie Ängste haben? Sie feiern. Denn Feiern reduziert den Stress und schweißt zusammen. Und da eignen sich Großveranstaltungen hervorragend dafür.“

Tom Berger, Head of LAOLA1
Tom Berger, Head of LAOLA1

Worauf sich die Veranstalter, Unternehmen, Sponsoren und Fans in Zukunft einstellen müssen, beschrieb Berger so: „Wir müssen nur aufpassen, dass wir diese Themen für das junge Zielpublikum übersetzen. Und dafür sind wir als LAOLA da – auch um uns mit Entwicklungen wie dem Metaverse zu beschäftigen und digitale Wintersportlandschaften zu kreieren. Gratulation übrigens an den ÖSV für die Skichallenge, denn genau mit solchen Gaming-Initiativen holt man junge Menschen ab.“


Image der Marke „Österreich“

Von der hohen Bedeutung des Standortes Österreich berichtete Gerhard Hrebicek, der mit seinem European Brand Institute ebenfalls Mitorganisator dieser Podiumsdiskussion war: „Insgesamt liefern Tourismus und Sport eine Wertschöpfung von 42 Milliarden Euro – das sind fast 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. 330.000 Arbeitsplätze entstehen dadurch, fast 47.000 Gastronomie-Betriebe gibt es im Lande.“

Gerhard Hrebicek, CEO European Brand Institute
Gerhard Hrebicek, CEO European Brand Institute

„Bei der Marke ‚Österreich‘ geht es aber auch um Identität“, fügte Hrebicek hinzu, der Europas führendes Institut für Markenevaluierung und -zertifizierung leitet. „Und die Marke Wintersport ist ganz wichtig für die österreichische Identität. Auch dieser Hüttenzauber auf der Kaiser Wiesn steht dafür. Einer der Miteigentürmer der Wiesn produziert solche Holzhütten und verkauft sie in die ganze Welt – und exportiert damit auch unser Image und unsere Tradition.“


Abschließend wies Gastgeber Martin Dolezal von der Snowsports Academy noch einmal auf die vielschichtigen Auswirkungen von Großveranstaltungen im Sport hin. „Solche Events sind für Österreich extrem wichtig, weil wir damit Kinder und Jugendliche motivieren, selbst Sport zu betreiben. Sie sind also ein Faktor für Fitness und Gesundheit. Zudem bringen sie Leute zusammen und sind somit ein Teil der Integration, weil gemeinsam gefiebert und gefeiert wird. Und gerade für ein Tourismus-Land wie Österreich sind Großereignisse sehr bedeutend – man könnte sie fast als eigenen Industriezweig bezeichnen.“

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